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alte Hausmittelchen
alte Hausmittelchen

Allgemein:
Gehen wir mal von einer produzierenden Maschine aus. Wenn diese kaputt ist, wird sie abgeschaltet und der Mechaniker muss kommen, nachschauen und die Maschine reparieren. Dabei wird sie meist gleich gewartet und geölt. Danach wird ein Schongang (Probelauf) gemacht und schon kann sie wieder in die Produktion starten.

Wir Menschen, die wir die Maschinen entwickelt und hergestellt haben und später bedienen und reparieren, gönnen uns den Regenerationsablauf bei eigenen Störungen nicht.
Dabei ist es kein Geheimnis, dass ein kranker Körper Ruhe braucht. Genau wie die Maschine. Wir brauchen auch eine Durchsicht und einen schonenden Start, dann wäre die Welt wieder in Ordnung.
Bitte achten Sie auf Ihre Gesundheit!

● Erkältungen:
Wie der Name schon sagt, hat man zu viel Kälte abbekommen und muss nun kräftig innerlich anheizen, um Schlimmeres abzuwenden.

Bei beginnenden Erkältungen greift man zu den bekannten Tees:
Hagebuttentee stärkt die Abwehrkräfte und beugt Infektionen vor (2 TL zerkleinerte Hagebutten mit 250 ml Wasser 10 Minuten köcheln).
Ingwertee hat eine antibakterielle, durchblutungsförderne Wirkung und erzeugt ein wohliges Wärmegefühl (2TL frisch geschnittene Ingwerwurzel mit kochendem Wasser aufgiessen und 10 Minuten ziehen lassen).
Lindenblütentee bei fieberhaften Erkältungen ist stoffwechselanregend und schweißtreibend (1 TL mit 250 ml Wasser überbrühen und 5 Minuten ziehen lassen, bis max. 3 Tassen täglich).
Holunderblütentee wirkt gut gegen Grippe und Erkältungen, ist ebenfalls schweißtreibend und fiebersenkend (1 TL mit 250 ml Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen, bis max. 3 Tassen täglich).

Auch ein Fußbad kann eine Linderung bei Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen durch Erkältung bringen.
Meist sind die Füße im Vergleich zum restlichen Körper sehr kalt, ohne dass man das primär wahrnimmt. Zum anderen sind in den Füßen alle Reflexzonen vorhanden, um den Körper die nötigen Reize zur Selbstheilung zu geben.
Also in eine Schüssel ca. 40° Grad warmes Wasser geben, eine Spritzer Erkältungsbad (oder besser: Fichtennadelöl) und ein Esslöffel Salz dazu – und schon kann es losgehen. Achten Sie auf die Temperatur. In einer Schüssel kühlt das Wasser sehr schnell ab, geben Sie nach und nach heißes Wasser dazu. Beenden Sie das Fußbad nach 15 Minuten und gönnen Sie sich danach Bettruhe unter einer warmen Decke.

Als Nahrung bei einer Erkältung eignet sich nichts besser als eine kräftige Hühnerbrühe (frisch gekocht aus Hühnerklein). Sie ist leicht verdaulich und verbraucht deshalb keine wertvolle Energie bei der Verdauung, die der Körper zur Heilung benötigt. Außerdem ist sie wohltuend und kräftigt die geschwächten Glieder zugleich.
Bewährt haben sich auch Holundersuppe und Gemüsesuppen.

● Schnupfen:
Spülungen mit Salzwasser:
Es erspart teure Nasensprays oder Nasentropfen und enthält keine Konservierungsmittel. Das Salzwasser ist hervorragend geeignet, die verstopfte Nase wieder freizubekommen, indem es das Nasensekret verflüssigt und löst. Geben Sie 9 Gramm Salz auf 1 Liter abgekochtes Wasser. Die so hergestellte 0,9%-ige Salzwasserlösung ziehen Sie durch die Nase hoch und schniefen Sie anschließend wieder aus.
Sollte sich das Sekret schon grünlich verfärbt haben, ist die Erkältung bereits fortgeschritten und die Bakterien haben sich vermehrt. Kochen Sie in diesem Fall einen kräftigen Salbeitee und spülen diesen durch die Nase.
In Räumen sollte zusätzlich die Luftfeuchtigkeit erhöht werden.

In der Anfangsphase einer Erkältung eignet sich auch das Inhalieren mit Kamillentee. Das kennt sicher jeder von früher: In eine Schüssel kommen Kamillenblüten, diese werden mit heißem Wasser übergossen und nun beugt man sich über die Schüssel mit einem großen Handtuch über dem Kopf und atmet die entstehenden Dämpfe langsam ein. Das beruhigt die Nasenschleimhaut, macht den Kopf frei und erhöht zudem die Luftfeuchtigkeit. Achten Sie darauf, dass nach Beenden der Anwendung der Kopf vor Wärmeverlust geschützt werden muss und gehen Sie nicht gleich ins Freie.

● Halsschmerzen:
Halsschmerzen, die von einer EntZÜNDung herkommen, bringen zu viel WÄRME oder HITZE mit. Hier ist Kühlung angesagt. Das kann durch Essen von einfachem Wassereis geschehen oder durch kalte Hals-Wickel.
Bitte verzichten Sie auf Milcheis und zuviel Milchprodukte, weil diese die Schleimbildung fördern. Auch Zitrusfrüchte sind ungeeignet, weil die Säure im Hals schmerzt. Zucker und Süßigkeiten verstärken den Hustenreiz.

Halschmerzen, die von einer ErKÄLTung herstammen, brauchen dementsprechend mehr WÄRME. Hier eignen sich heiße/warme Wickel mit Kartoffeln, ätherischen Ölen, Zitrone oder Quark (s. u.) und natürlich muss auch die innere Wärme wieder hergestellt werden (z. B. durch wärmende Gewürze, wie Ingwer, Zimt oder Knoblauch.)

● Husten
..tritt meist infolge einer ErKÄLTung auf. Wichtig ist hier, den Husten nicht zu unterdrücken und reichlich Flüssigkeit trinken, damit der Schleim sich lösen kann.

Gegen Husten, Halsweh oder Bronchitis eigenen sich auch besonders gut Omas Kartoffelwickel. Kartoffeln sind gute Wärmespeicher und wirken schleimlösend. Nehmen Sie dazu gekochte Pellkartoffeln und zerdrücken Sie diese samt Schale. Anschließend legen Sie sich ein Handtuch auf die Brust und geben die nicht mehr ganz heißen, zerdrückten Kartoffeln drauf. Jetzt nur Handtuch umschlagen, evtl. ein weiteres Tuch obendrauf legen und das Ganze fixieren mit einem Schal oder einer Binde. Jetzt kann der Wickel ca. 30 – 60 Minuten einwirken. Er sollte spätestens dann entfernt werden, wenn er sich kalt anfühlt.

Ähnlich funktioniert der Quarkwickel. Der Quark wirkt schleim- und krampflösend und hat normalerweise eine kühlende Wirkung (z.B. bei Prellungen, Verstauchungen oder Entzündungen).
Bei Husten durch Erkältung macht man deshalb den Quark vorher im Wasserbad warm und streicht ihn fingerdick auf die Brust und deckt ihn mit Tüchern ab. Hier muss auf die Temperatur des Kranken geachtet werden. Am besten eignet sich diese Anwendung im Bett, damit man den Kranken ordentlich warm zudecken kann. Man legt besser noch eine Wärmflache oder Kirschkernkissen auf den Wickel oben drauf. Der Wickel muss entfernt werden, wenn der Quark trocken ist oder die Haut darunter kühl wird.

Bei dem Zitronenwickel wird eine Zitrone in einem Liter heißen Wasser ausgedrückt. Ein Tuch wird damit getränkt und ausgewrungen und auf die Brust oder den Hals gelegt und abgedeckt, wie bei den anderen Wickeln. Zitronenwickel wirken entkrampfend bei quälendem Husten.

Können Sie sich noch an Omas Zwiebelsuppe erinnern? Es gibt verschiedene Rezepte mit der Zwiebel, z.B. Zwiebelsuppe mit Hühnerbrühe, Zwiebelsuppe mit Thymian, Zwiebeltee. In jedem Fall soll die Zwiebel gefährliche Keime abtöten können. Auch wurde der Saft einer rohen Zwiebel bei Ohrenschmerzen gleich mal mit ins Ohr geträufelt.

Ich war früher oft bei meiner Oma, wenn ich krank war. Meine Eltern mussten arbeiten und meine Oma hatte das zweifelhafte Vergnügen auf die Enkel aufzupassen und uns zu kurieren. Dann gab es für uns das volle Programm:
Wickel bei Husten, Bronchitis, oder Angina; Wadenwickel bei zu hohem Fieber, Kräutertee mit Honig, Zwiebelsuppe und Hühnerbrühe, zwischendurch Inhalieren und natürlich Bettruhe.
Als Kind denkt man, das kann nur eine Strafe sein. Aber der Erfolg hat meiner Oma jedes Mal Recht gegeben und so waren wir Enkel recht schnell wieder auf den Beinen. Oma sei Dank!

● Fieber:
Fieber ist bekanntlich keine eigene Krankheit und eigentlich förderlich für den Heilungsprozess in uns. Der Körper versucht, durch die erhöhte Körpertemperatur angreifende Keime, Viren, Bakterien oder Pilze abzutöten.

Deshalb kann es sogar manchmal sinnvoll sein, am Anfang einer Erkältung, den Körper mit Schwitzkuren oder Schwitzbädern zu unterstützen. Denn erst bei diesen erhöhten Temperaturen werden die Abwehrtruppen im Körper (die weißen Blutkörperchen) aktiviert.

Nun kann man Fieber aber nicht unbegrenzt als harmlos einstufen. Denn auch unser Körper hat Temperaturgrenzen. Man sagt Fieber über 38,5° Grad muss behandelt werden. Mit sich selbst geht man da eher zaghafter um, während man bei seinen eigenen Kindern schon gerne mal Fiebersaft oder Zäpfchen oder ähnliches verabreicht.
Ich bin auch Mutter von 3 kleinen Kindern. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass Fieber eine gute Sache ist und meine kleinen Kinder bei 38,5° Grad eigentlich noch einen recht vitalen Eindruck machen. Mir ist es sogar bisher immer schwer gefallen, sie bei erhöhten Temperaturen „ruhigzustellen“ – was aber irgendwie erreicht werden muss (z.B.vorlesen,…).
Für mich selber habe ich den Wert, abgesehen von den grenzwertigen Merkmalen, bei meinen Kindern auf 39,5° Grad hochgesetzt. Das erfordert allerdings ein Höchstmaß an Kontrolle bzw. Überwachung der Temperatur.

Gefahr ist jedoch immer angezeigt, wenn das Kind nicht oder nur schlecht trinken will, weinerlich oder sogar apathisch wirkt oder sonst einen nicht kindgerechten Eindruck macht. Dann keine Experimente starten – sondern sofort zum Arzt! Auch nicht die allgemein verbreitete Grenze von 38,5° Grad abwarten.

Mit einem Wadenwickel kann man die Temperatur um 0,5 bis 1° Grad senken. Man sollte Wadenwickel bei einem Kind nur machen, wenn der Körper des Kindes, vor allem die Füße, warm sind.
Dazu nimmt man Taschentücher oder kleine Handtücher, die man in kühlem (nicht kaltem) Wasser tränkt und auswringt. Dann wickelt man sie vom Fußgelenk bis unters Knie um die entblößten Unterschenkel des Kindes. Darüber kommen noch trockene Tücher und Wollstrümpfe. Nach ca. 30 Minuten wird alles wieder abgenommen – die feuchten Tücher dürfen nicht trocken werden, sonst können sie keine Wärme entziehen. Anschließend schlafen die kleinen Racker meist friedlich ein.

Auch habe ich gute Erfahrungen mit Ganzkörperwaschungen gemacht. Dazu muss der Körper behutsam von Kopf bis Fuß mit lauwarmen Wasser abgewaschen werden. Man kann auch in einem sehr warmen Zimmer/Bad das Kind in eine Schüssel oder kleine Badewanne mit lauwarmen Wasser setzen und behutsam mit dem Wasser übergiessen.

Am allerbesten ist es natürlich, gesund zu bleiben. Das erreichen wir durch gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung an der frischen Luft und Abhärtungsmaßnahmen, richtiges Atmen und Freude am Leben.

Zu den Abhärtungsmaßnahmen zählen u.a.:
- morgendliches Tautreten,
- Wechselduschen,
- regelmäßige Saunabesuche
- täglicher Aufenthalt an der frischen Luft
- Kneipp-Anwendungen, usw…

Beachten Sie die Grenzen der Selbstmedikation.
Bei ernsthaften Beschwerden, wenden Sie sich bitte umgehend an einen Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.

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© fit & vital - Elke Awdshiew